Zu Beginn des Quartals standen erneut die US-Zollmassnahmen sowie die Folgen des Iran-Konflikts im Vordergrund. Der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran Anfang April und die spätere Absichtserklärung zur Beendigung der Kampfhandlungen sorgten für eine Entspannung bei den Energiepreisen und hoben die Stimmung an den Aktienmärkten. Ab Mai rückten jedoch die Konjunktur, die Inflation und damit eine restriktivere Haltung der Notenbanken wieder stärker in den Fokus.
Die US-Börsen profitierten vor allem von robusten Unternehmensgewinnen, einer widerstandsfähigen Konjunktur und anhaltend hohen Investitionen in künstliche Intelligenz. Europa entwickelte sich ebenfalls positiv, blieb jedoch stärker von Energiepreisen, Währungsentwicklungen und Konjunktursorgen geprägt. Auch der Schweizer Aktienmarkt konnte sich gut in Szene setzen. Die regelbasierte und gleichgewichtete Schweizer Werte-Aktienselektion erzielte insbesondere in Marktphasen mit einer breiten Kursentwicklung zeitweise einen deutlichen Vorsprung gegenüber dem Gesamtmarkt. Die Titelauswahl im Small- und Mid-Cap-Bereich sowie das Übergewicht in zyklischen Unternehmen zahlten sich dabei besonders aus.
Über das gesamte Quartal lag die Performance leicht über derjenigen des gleichgewichteten Swiss Performance Index. Gegenüber dem nach Börsenwert gewichteten SPI konnte die Strategie aufgrund ihrer Gleichgewichtung mit dem Schlussspurt einiger weniger SPI-Schwergewichte nicht mehr mithalten. Dieses Verhalten entspricht den langjährigen Erfahrungswerten: Das Schweizer Werte-Vermögensverwaltungskonzept profitiert besonders von breit abgestützten Märkten und einem Umfeld, in dem unterschiedliche Anlagestile zum Erfolg beitragen. Im Gegensatz zu ausländischen Aktienmärkten, die zunehmend an Breite gewinnen, wird der Schweizer Markt vorläufig von wenigen Schwergewichten dominiert, während die Renaissance der klein- und mittelkapitalisierten Unternehmen weiterhin auf sich warten lässt. Es dürfte jedoch eine Frage der Zeit sein, bis auch der Schweizer Markt wieder breiter wird und Schweizer Werte ihr Potenzial noch besser ausschöpfen können.
Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte dürfte das Umfeld volatil bleiben. Der Optimismus hinsichtlich eines möglichen Friedens hat nach den erneuten militärischen Auseinandersetzungen Anfang Juli bereits wieder einen deutlichen Dämpfer erhalten. Vieles deutet darauf hin, dass die prägenden Einflussfaktoren des ersten Halbjahres – Zölle, Kriege, Energiepreise, Inflation und Geldpolitik – die Finanzmärkte auch in der zweiten Jahreshälfte bestimmen werden. Positiv ist festzuhalten, dass sich sowohl die Weltwirtschaft als auch die Börsen trotz der zahlreichen Belastungsfaktoren der vergangenen Monate als bemerkenswert flexibel und widerstandsfähig erwiesen haben.
Selektivität, Disziplin und Risikobewusstsein bleiben im aktuellen Marktumfeld zentral. Angesichts hoher Bewertungen, wechselnder Zinserwartungen und ausgeprägter Rotationen ist ein klarer und emotionsfreier Anlageprozess besonders wichtig. Die Schweizer Werte-Vermögensverwaltung bleibt deshalb bewusst regelbasiert, marktbreit und gleichgewichtet ausgerichtet. Diese konsequente Ausrichtung trug in den vergangenen zehn Jahren insbesondere in schwierigen Marktphasen zu geringeren Rückschlägen und einer rascheren Erholung gegenüber dem Gesamtmarkt bei. Mit ihrem eigenständigen Profil bietet die Strategie im Gesamtanlagekontext somit wertvolle Diversifikationseigenschaften.
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*Pentafolio AG ist im Bereich Beratung & Entwicklung von Anlagekonzepten tätig und wurde von Lionel Baschung gegründet. Bis Mitte 2022 war er langjähriger Leiter Anlagen und Mitglied der Geschäftsleitung der Bank Zimmerberg. Als enger externer Partner steht Lionel Baschung der Bank Zimmerberg weiterhin beratend zur Seite und unterstützt das Anlageteam im Bereich der Anlageberatung und Vermögensverwaltung.